Wir haben es tatsächlich geschafft, in einem Rutsch bis Den Helder zu segeln. Die Abfahrt von Alderney erwies sich als nicht ganz so wie gedacht. Mit der Strömung hatte ich mich doch etwas vertan. An Alderney vorbei ging es noch ganz flott, aber als wir dann aus dem Schatten der Insel raus waren, kam der Gezeitenstrom aus dem Alderney-Race voll von der Seite und schubste uns mehr seitlich als vorwärts. Wir waren tatsächlich noch gezwungen, zwischendurch den Motor für 1,5 Stunden laufen zu lassen, weil wir total ausgebremst wurden. Erst als wir am Cap de La Hague vorbei waren, fing der Strom endlich an, auch uns vorwärts zu schieben. An Cherbourgh vorbei lief er noch mit, dann kenterte er und wir hatten ihn auf die Nase. Ging aber einigermaßen. Wir hatten mit mehr „Behinderung“ gerechnet. So ging es dann ca. alle 6,5 Stunden. Mal Strom mit, mal Strom gegenan. Der Wind half uns recht gut und wir waren zufrieden. 4 bis 5 Beaufort schräg von achtern brachten gutes Vorwärtskommen. Man musste lediglich aufpassen, dass man nicht allzu sehr seitlich weggeschoben wurde.
Cap Gris Nez, die engste Stelle im Engl. Kanal zwischen Dover und Calais erwischten wir natürlich mitten in der Nacht. Auf der einen Seite riesige Windparks und auf der anderen Seite und vor uns der ein- und auslaufende Großschifffahrtsverkeht von und nach Calais.

Radarbild vor Calais
Das gleiche passierte dann vor Rotterdam. Auch wieder in der Nacht und mit viel Schiffsverkehr.
Dann ließ der Wind nach, wir hatten nur noch 3-4 Bf, das aber mehr von der Seite und der Speed war immer noch zufriedenstellend, selbst bei Gegenstrom.
Ca. 10 sm vor Den Helder kam auf einmal ein dickes Schlauchboot von der Küstenwache längsseits. Die Jungs wollten uns kontrollieren. Ein Beamter vom Zoll und einer von der Immigration stiegen mehr oder weniger abenteuerlich zu uns über, dann ging das Schlauchboot auf Standby in der Nähe und wir hatten einen netten Plausch mit den Beamten. Einmal Bootspapiere und Pässe vorlegen, vom Zollbeamten ein kurzer Blick ins Innere, das aber eher oberflächlich, dann noch die Frage nach Zigaretten und Alkohol, . Von „älteren Herrschaften“ wird wohl eher nicht erwartet, dass geschmuggelt wird 😉
Auf den letzten 5 sm musste dann doch noch Mr. Perkins herhalten. Der Wind wurde immer weniger und der Gegenstrom stärker. Um 17.30 Uhr waren dann die Leinen fest im Koniglich Nederlandse Yachtclub von Den Helder. In 3 Tagen und 7 Stunden hatten wir die 375 sm geschafft.

In der Marina von Den Helder
Morgen Mittag geht es weiter. Der Plan, direkt bis Helgoland oder Cuxhaven durchzusegeln muss leider gestrichen werden. Der Wind soll recht schwach werden und auf Motorfahrt für eine lange Strecke haben wir keine Lust. Also ist erstmal Vlieland angesagt. Da kann man vor der Einfahrt zur südhaft teuren Marina prima ankern und auf das nächste Wetterloch warten.











Wir hätten ja auf dem Weg von den Azoren direkt nach Camaret sur Mer in der Bretagne durchsegeln können. Vom Wind her hätte es gut gepasst. Aber wir hatten uns bewusst entschieden, noch nicht so weit nach „Norden“ zu gehen, um nicht dort in der Hitze zu landen. War ja auch eine gute Entscheidung. Hier in Galizien ist es angenehm warm bei ca. 25 Grad. Das läßt sich gut aushalten. Wir liegen vor Camarinas vor Anker, fahren fast täglich mit dem Dinghi zur Marina, wo wir es kostenlos und sicher „parken“ können und spazieren durch den Ort. Aber jetzt nach 2 Wochen wird man doch etwas ungeduldig. Seit gut 10 Tagen bläst es hier beständig aus Norden und es ist erstmal keine Änderung in Sicht. Seit dem Wochenende haben wir nun „Bordarrest“. Der Wind hat auf teilweise 30 kn und mehr zugenommen und da wäre die Fahrt mit dem Dinghi eine recht nasse Angelegenheit. Der Weg zur Marina wäre ja problemlos mit Wind von achtern, aber der Rückweg mit Wind und Wellen gegenan dann eben nicht so lustig. Ein paar Spritzer sind ja ok, aber wenn es dann immer mal wieder ins Dinghi oder sogar ins Gesicht und auf die Klamotten gischtet, ist der Spaß dann doch irgendwann vorbei. Also hocken wir auf dem Meerbaer, prötteln vor uns hin (es ist ja immer was zu werkeln) und warten auf Wetterberuhigung. Angeblich soll der Wind ab Mittwoch nachlassen. Verhungern werden wir auf jeden Fall bis dahin nicht.


Hi Klöbner. Gerade erst deine Kommentare gesehen. Ja Galizien ist schon nicht schlecht. Im Moment ist es schlecht mit nach…